Ein klares Nein zur Einführung des Frühwarnsystems (FWS) im Datennetz der TU Dresden (Speicherung aller Kommunikationsströme für 35 Tage)
Aus POT81
Das ZIH plant die baldige Einführung des seit mehr als 4 Jahren geplanten Frühwarnsystemes(FWS).
Inhaltsverzeichnis
FWS
Zweck des FWS
* Gewährleistung eines ordnungsgäßen Systembetriebes * Ressourcenplanung / Systemadministration * Erkennen und Beseitigen von Störungen * Aufklärung und Unterbindung rechtswidriger und missbruchlicher Nutzung * Forschungs- und algemeine Informationszwecke in (anonymisierter) Form
Verantwortung
Liegt beim ZIH.
* Installation / Betrieb / Wartung * Verwaltung der Daten * Vergabe von Zugrifsrechten
Daten
Diese Daten werden für 35 Tage gespeichert:
* Quell / Ziel IP-Adresse * Quell / Ziel MAC-Adresse * Quell / Ziel Port * IP Protokoll * Ingress Interface * IP Type of Service * Quell / Ziel VLAN * MLPS Informationen * verwedete Netzwerkinterfaces der Kommunikatiosbeziehung * Min / Max TTL des Flows * Min / Max Paketgröße des Flows
Woher
Die Daten komen vom:
* zentralen Netzwerkknoten im Datenntz der TU Dresden * vom X-WIN Übergang zum DFN(Deutsches Forschungs Netz)
Speicherung
* für 35 Tage * nach 5 Tagen anonymisiert
Anmerkung: Ich bezweifle, dass die Daten wirklich anonymisiert werden könen.
Zugriffsrechte
* Security Incident Response Team --> ZIH Mitarbeiter die auf das SächsDSG verpflichtet sind * Zugriffe sollen protokolliert werden: Wer greift Wann, Warum, mit welchem Ergebniss auf die Daten zu.
Kritik am FWS
Über das FWS wurde niemand offiziell informiert.
Wer ist betroffen
* Datenspeicherung betrifft fast jeden an der Uni (Wohneime, WLAN, ....) * IP-Adressen werden fest vergeben --> IP gleichbedeutend mit Name und Anschrift
Informationen
* es ist grob ersichtlich welche Programe / Dienste genutzt werden (und die Art der Verbindung) --> Email, Youtube, .. * es wird gespeichert Wer / Mit wem / Auf welche Art(Wie) / Wann / Wie lange Kommuniziert hat * Weckt Begrichkeiten Anderer --> Polizei, Medien-Industrie, Kriminalität, Wirtschaft, Marktforschung .. * Wenn die Daten einmal gespeichert sind --> per Gerichtsbeschluss erhältlich * viele persönliche / persohnenbeziehbare Daten --> enormes Missbrauschpotential --> absoluter Schutz der Daten durch die koplexität des Systems nicht möglich --> Kontrollmöglichkeiten stark eingeschränkt
FWS wirklich nötig
Nein, bzw. nur zur Überwachung!
* Die Zahl der schweren Sicherheitsvofälle ist in den letzten Jahren stark gesunken * ZIH erreicht schon jetzt sehr hohe Dienstgüte im Datennetz --> durch das FWS nur marginale Steigerung möglich (auf Kosten eines massiven Eingriffs in die Privatsphäre der Nutzer) * Speicherung für Funktion des FWS nicht nötig * durch bessere Schulung der Admins überflüssig * schnellere Reaktion auf die kostenlosen Warnungen des DFN-CERT, würde reichen * sowie regelmäßiges Patchen der Rechner, aktualiseren der Vierenscanner(bzw verwendung von) * gute Alternativen zur Netzsicherung sind bekannt und günstig verfügbar * goßteil der Funktionen des FWS ohne Speicherung realisierbar * DFN-Cert Warnungen sind KOSTENFREI * Umgang mit FWS ist noch unerforscht
Szenarien / Möglichkeiten des Systems
* System kann vorgegebene Regelverstöße erkennen: --> nicht zugelassene Dienste (TOR, Filesharing) --> nicht zugelassene Kommunikationsbeziehungen (Zugriff auf best. Webseiten)
Daten für Forschungszwecke
* DatensutzGAU --> vom sächs. Datenschutzbeauftragten untersagt
Evaluation / Erfolgskontrolle des FWS
* Vorgesehen, doch Umsetung nicht definiert * zur Messbarkeit nichts bekannt
Datenschutzbeauftragter Sachsens
* FWS grundsätzlich zulässig * Daten für Forschung unzulässig * technische Stellungnahme fehlt noch, wird evtl. weitere Einschränkungen bringen
IUK Rahmenordnung
sagt unter anderem, dass das Uninetz nur für Studienzwecke genutzt werden soll --> mit FWS kann einhaltung geprüft werden --> Problem in Wohnheimen!
FSRs die sich gegen das FWS ausgesprochen haben
* FSR Elektrotechnik * FSR Mathematik * FSR Maschienenwesen * FSR Physik * FSR SpraLiKuWi
und evtl. weitere
Forderung
Gesamtes System / Speicherung verhindern