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	<title>Der Staat effektiviert die Ressource Bildung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in POT81</subtitle>
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		<id>https://pot81.de/wiki81/index.php?title=Der_Staat_effektiviert_die_Ressource_Bildung&amp;diff=3430&amp;oldid=prev</id>
		<title>141.76.177.79 am 15. November 2009 um 13:40 Uhr</title>
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		<updated>2009-11-15T13:40:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Staat effektiviert die Ressource Bildung - Schüler und Studenten&lt;br /&gt;
streiken: für ihr Ideal davon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.&lt;br /&gt;
Der Staat hat seine Kri­tik an sei­nem Bil­dungs­we­sen, die Aus­bil­dung&lt;br /&gt;
deut­scher Hoch­schul­ab­sol­ven­ten daue­re im eu­ro­päi­schen Ver­gleich&lt;br /&gt;
zu lange, koste ihn zu viel und sei zu wenig auf die spe­zi­fi­schen&lt;br /&gt;
Be­dürf­nis­se der Ar­beits­welt zu­ge­schnit­ten, in die Pra­xis&lt;br /&gt;
um­ge­setzt. Die gym­na­sia­le Schul­zeit wurde auf 8 Jahre ver­kürzt und&lt;br /&gt;
dabei das Lern­pen­sum ver­dich­tet. Die uni­ver­si­tä­re Bil­dung wurde&lt;br /&gt;
mo­du­la­ri­siert, die Zwi­schen­prü­fung zum ei­gen­stän­di­gen&lt;br /&gt;
Uni­ver­si­täts­ab­schluss (Ba­che­lor) er­klärt, das wei­ter­ge­hen­de,&lt;br /&gt;
ver­tief­te Stu­di­um stark be­schränkt und den Stu­den­ten ein Bei­trag zur&lt;br /&gt;
Fi­nan­zie­rung ihrer Aus­bil­dung ab­ver­langt, in die auch ,die&lt;br /&gt;
Wirt­schaft&amp;#039; ver­stärkt ein­be­zo­gen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr deut­lich wird also klar­ge­stellt, wozu in die­ser Ge­sell­schaft&lt;br /&gt;
Bil­dung da ist: Er­klär­ter­ma­ßen soll sie ka­pi­ta­lis­ti­schen und&lt;br /&gt;
öf­fent­li­chen Ar­beit­ge­bern junge und für ihren Be­darf pas­send&lt;br /&gt;
qua­li­fi­zier­te Ar­beits­kräf­te lie­fern. In­so­fern in­ter­es­siert das&lt;br /&gt;
Wis­sen als Qua­li­fi­ka­ti­on: ver­mit­telt wird, was den je­wei­li­gen&lt;br /&gt;
Ar­beit­ge­bern dient und die Ler­nen­den die­sem Be­darf dienst­bar macht.&lt;br /&gt;
Die Ver­mitt­lung die­ses Wis­sens ist in der Form des&lt;br /&gt;
Leis­tungs­ver­gleichs or­ga­ni­siert, d.h. an sei­ner An­eig­nung pro Zeit&lt;br /&gt;
sol­len sich die Ler­nen­den un­ter­schei­den. Be­zweck­tes Re­sul­tat&lt;br /&gt;
die­ser Kon­kur­renz­ver­an­stal­tung ist die Aus­ein­an­der­sor­tie­rung&lt;br /&gt;
der Schü­ler und Stu­den­ten in eine dif­fe­ren­zier­te Hier­ar­chie von&lt;br /&gt;
Bil­dungs­ab­schlüs­sen. Die sind ih­rer­seits&lt;br /&gt;
Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen für die Hier­ar­chie der Ar­beits­plät­ze,&lt;br /&gt;
die die Welt der Ar­beit­ge­ber zur Ver­fü­gung stellt - die ganz ne­ben­bei&lt;br /&gt;
die Hier­ar­chie der Le­bens­ver­hält­nis­se in der Klas­sen­ge­sell­schaft&lt;br /&gt;
be­stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem er­folg­rei­chen Durch­lau­fen der schu­li­schen Se­lek­ti­on ist&lt;br /&gt;
für die­je­ni­gen, die der Aus­sor­tie­rung in die un­an­ge­neh­men und&lt;br /&gt;
schlecht be­zahl­ten Be­ru­fe fürs erste ent­gan­gen sind, der&lt;br /&gt;
Durch­set­zungs­kampf gegen an­de­re im Leis­tungs­ver­gleich am Wis­sen&lt;br /&gt;
nicht vor­bei. Für die Se­lek­ti­on an der Uni­ver­si­tät reicht nun die&lt;br /&gt;
er­folg­rei­che An­eig­nung von &amp;quot;Lern­stoff&amp;quot; nicht mehr aus; zu be­wäh­ren&lt;br /&gt;
haben sich die Stu­den­ten nun daran, sich - re­la­tiv er­folg­rei­cher als&lt;br /&gt;
ihre Kom­mi­li­to­nen, ver­steht sich - als selbst­be­wuss­te Ver­tre­ter&lt;br /&gt;
ihres Fachs dar­zu­stel­len. Der Staat will in sei­ner Elite nicht&lt;br /&gt;
Mit­ma­cher, son­dern Über­zeu­gungs­tä­ter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.&lt;br /&gt;
Schü­ler und Stu­den­ten be­kom­men &amp;quot;Leis­tungs­druck&amp;quot; zu spü­ren; sie&lt;br /&gt;
er­fah­ren, dass ihre Stu­di­en­zeit mit &amp;quot;Ver­schu­lung,&lt;br /&gt;
Re­gel­stu­di­en­zeit und Dau­er­über­prü­fung&amp;quot; un­ge­müt­li­cher wird - und&lt;br /&gt;
diese Un­zu­frie­den­heit ist ab­so­lut ver­ständ­lich. Be­mer­kens­wert&lt;br /&gt;
ist, dass sie aus ihrer Un­zu­frie­den­heit über­haupt keine Über­le­gun­gen&lt;br /&gt;
fol­gen las­sen, mit was für einer Ver­an­stal­tung sie es da zu tun haben,&lt;br /&gt;
wel­chem Zweck also ihr Är­ger­nis ge­schul­det ist. An­statt das&lt;br /&gt;
Bil­dungs­we­sen zu kri­ti­sie­ren, stel­len sie sich neben die schlech­te&lt;br /&gt;
Rea­li­tät des Bil­dungs­we­sens und hal­ten ihr ein­fach die ei­ge­ne&lt;br /&gt;
Ide­al­vor­stel­lung von einem guten Bil­dungs­we­sen ent­ge­gen, in der sie&lt;br /&gt;
vom real exis­ten­ten alles ab­ge­zo­gen haben, was sie stört. Ihre&lt;br /&gt;
Geg­ner­schaft zum wirk­li­chen Bil­dungs­we­sen füh­ren sie mit dem&lt;br /&gt;
Vor­wurf, dass es hö­he­re Werte miss­ach­te, denen Bil­dung ei­gent­lich zu&lt;br /&gt;
ent­spre­chen hätte. Die be­klag­te Wirk­lich­keit neh­men sie nur zur&lt;br /&gt;
Kennt­nis als Ab­wei­chung von einem jahr­hun­der­te­al­ten, von ihnen&lt;br /&gt;
selbst so ge­nann­ten Bil­dungs-Ide­al - also von etwas, das&lt;br /&gt;
ein­ge­stan­de­ner­ma­ßen noch nie­mals ir­gend­wann als Leit­fa­den für die&lt;br /&gt;
Pra­xis der Bil­dung Gül­tig­keit hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo­ge­gen die wirk­li­che Bil­dung dem­nach ver­stößt, ist &amp;quot;das&lt;br /&gt;
hu­ma­nis­ti­sche Ideal einer zur kri­ti­schen Re­fle­xi­on&lt;br /&gt;
be­fä­hi­gen­den, ge­mein­wohlo­ri­en­tier­ten Bil­dung&amp;quot; (bil­dungs­streik-&lt;br /&gt;
.net), ein Ideal, wel­ches seit jeher zum Bil­dungs­we­sen da­zu­ge­hört und&lt;br /&gt;
gegen des­sen Miss­ach­tung sich nicht nur kri­ti­sche Stu­den­ten, son­dern&lt;br /&gt;
auch die Or­ga­ne der kri­ti­schen Öf­fent­lich­keit wen­den:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;quot;Für Stu­den­ten heißt die neue Bo­lo­gna-Wirk­lich­keit:&lt;br /&gt;
Ziel­stre­big­keit ohne Um­we­ge und Sack­gas­sen. Neu­gier,&lt;br /&gt;
Er­kennt­nis­in­ter­es­se, selb­stän­di­ges Den­ken - also alles, was&lt;br /&gt;
hö­he­re Bil­dung aus­macht - blei­ben auf der Stre­cke.&amp;quot; (FAZ, 19.6.09)&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit die­sem Ideal ist kei­ner­lei Ein­wand gegen ir­gend­ei­nen&lt;br /&gt;
Leh­r­in­halt for­mu­liert, son­dern alles ge­bil­ligt, was zum&lt;br /&gt;
Stu­di­enstoff ge­hört. Damit soll auch kei­ner­lei Kri­tik am Zweck des&lt;br /&gt;
Aus­bil­dungs­we­sens geübt sein. Dem Pro­test zu­fol­ge hat die An­eig­nung&lt;br /&gt;
des zu er­ler­nen­den Wis­sen­s­ka­nons so lange einen Man­gel, so­lan­ge er&lt;br /&gt;
nur &amp;quot;aus­wen­dig ge­lernt&amp;quot; und &amp;quot;nach­ge­be­tet&amp;quot;, an­statt selbst­be­wusst&lt;br /&gt;
und über­zeugt ver­tre­ten wird. Zwar geht &amp;quot;Den­ken&amp;quot; so­wie­so nicht an­ders&lt;br /&gt;
als &amp;quot;selbst­stän­dig&amp;quot;, aber das Ge­mein­te ist klar: Damit sich die&lt;br /&gt;
Stu­den­ten ihr Fach­wis­sen aktiv zu­ei­gen ma­chen, brau­chen sie&lt;br /&gt;
Ge­le­gen­heit für &amp;quot;Um­we­ge und Sack­gas­sen&amp;quot;. An­statt zum eta­blier­ten&lt;br /&gt;
Wis­sen­s­ka­non ge­führt zu wer­den, sol­len die Stu­den­ten&lt;br /&gt;
selbst­stän­dig den Weg zu ihm fin­den. Das ge­hört eben zur&lt;br /&gt;
Qua­li­fi­ka­ti­on des Füh­rungs­per­so­nals, das als ge­sell­schaft­li­che&lt;br /&gt;
Elite in der Lage sein soll, am In­ter­es­se der zu­künf­ti­gen&lt;br /&gt;
Ar­beit­ge­ber die ge­wünsch­ten Diens­te zu ver­rich­ten: Die An­eig­nung&lt;br /&gt;
von Wis­sen auf die­ser Ebene soll­te sich un­be­dingt mit dem Stand­punkt&lt;br /&gt;
und dem Selbst­be­wusst­sein ver­bin­den, das alles aus frei­en Stü­cken zu&lt;br /&gt;
tun! Das erst macht &amp;quot;hö­he­re Bil­dung&amp;quot; aus. Wer mit die­sem&lt;br /&gt;
af­fir­ma­ti­ven Ideal nichts zu tun haben und statt des­sen wirk­lich&lt;br /&gt;
&amp;quot;kri­tisch sein&amp;quot; und &amp;quot;rich­tig kri­ti­sie­ren&amp;quot; möch­te, dem bleibt es nicht&lt;br /&gt;
er­spart, das dann auch zu ma­chen, an­statt einen An­trag bei der&lt;br /&gt;
Kul­tus­be­hör­de zu stel­len, end­lich eine Lehr­ein­heit &amp;quot;kri­ti­sches&lt;br /&gt;
hu­ma­nis­ti­sches Re­flek­tie­ren&amp;quot; ein­zu­rich­ten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.&lt;br /&gt;
Die kri­ti­schen De­mons­tran­ten, die die ei­gent­li­che,&lt;br /&gt;
&amp;quot;ge­mein­wohlo­ri­en­tier­te Bil­dung&amp;quot; von &amp;quot;der Wirt­schaft&amp;quot; usur­piert&lt;br /&gt;
sehen - an deren Zweck sie auch nichts wei­ter kri­ti­sie­ren wol­len -,&lt;br /&gt;
haben kei­ner­lei Be­rüh­rungs­ängs­te mit den Ar­gu­men­ten der&lt;br /&gt;
Kom­mi­li­to­nen, die &amp;quot;mehr Bil­dung&amp;quot; for­dern mit dem Ar­gu­ment, von ihr&lt;br /&gt;
hänge die Zu­kunft der gan­zen Na­ti­on, ins­be­son­de­re der na­tio­na­len&lt;br /&gt;
Wirt­schaft, ab. Die wer­fen der Po­li­tik vor, ver­ges­sen zu haben, dass&lt;br /&gt;
&amp;quot;Bil­dung unser ein­zi­ger Roh­stoff&amp;quot; sei, ma­chen Vor­schlä­ge, wel­che&lt;br /&gt;
Pos­ten des Staats­haus­halts einer sinn­vol­le­ren Ver­wen­dung im&lt;br /&gt;
Bil­dungs­sek­tor zu­ge­führt wer­den soll­ten, und ver­fas­sen&lt;br /&gt;
Pe­ti­tio­nen an Po­li­ti­ker, in denen es heißt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;quot;An­ge­sichts des herr­schen­den Fach­kräf­te­man­gels hal­ten wir es für&lt;br /&gt;
äu­ßerst kon­tra­pro­duk­tiv, ta­len­tier­te junge Men­schen von einem&lt;br /&gt;
Stu­di­um ab­zu­hal­ten.&amp;quot; (Pe­ti­ti­on der Lan­de­sAs­ten­Kon­fe­renz (LAK)&lt;br /&gt;
Bay­ern, studiengebuehrenbayern.de)&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die­sen ide­el­len Res­sour­cen­ver­wal­tern ist es of­fen­sicht­lich&lt;br /&gt;
selbst­ver­ständ­lich, dass Wis­sen für kei­nen an­de­ren Be­darf da ist als&lt;br /&gt;
den der hei­mat­li­chen ka­pi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft und sei­ner&lt;br /&gt;
Ver­wal­tung. Bil­dung braucht es in dem Maße, wie sie dem na­tio­na­len&lt;br /&gt;
Stand­ort nützt! Wer die­sen Stand­punkt ein­nimmt, muss den wirk­li­chen&lt;br /&gt;
Res­sour­cen­ver­wal­tern zu­ge­ste­hen, dass ein ge­müt­li­ches&lt;br /&gt;
&amp;quot;Bum­mel­stu­di­um&amp;quot; na­tür­lich auch nicht nütz­lich, son­dern &amp;quot;äu­ßerst&lt;br /&gt;
kon­tra­pro­duk­tiv&amp;quot; ist; dass die Wirt­schaft nicht nur hoch&lt;br /&gt;
qua­li­fi­zier­te Mas­ters, son­dern auch halb qua­li­fi­zier­te Ba­che­lors&lt;br /&gt;
brau­chen kann; und dass es dem Stand­ort nützt, wenn sich an den Kos­ten&lt;br /&gt;
zur Aus­bil­dung der Res­sour­ce ,Fach­kraft&amp;#039; auch Spon­so­ren und&lt;br /&gt;
Stu­den­ten be­tei­li­gen, ist auch nicht von der Hand zu wei­sen. Dass die&lt;br /&gt;
Or­ga­ni­sa­ti­on nütz­li­cher Aus­bil­dung für den Stand­ort Deutsch­land&lt;br /&gt;
ver­bes­sert wer­den könn­te - soll­te das alles ge­we­sen sein, was der&lt;br /&gt;
stu­den­ti­sche Pro­test mit­tei­len woll­te?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Ge­gen­Stand­punkt 3-09&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>141.76.177.79</name></author>
		
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